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Wie sich Lieferketten für Fahrzeuge der neuen Generation verändern

Autonomes Fahren, Elektrifizierung und Konnektivität beschleunigen das Marktwachstum für Fahrzeuge der neuen Generation. Welche Auswirkungen hat das auf die Lieferkette?

Da die Automobilindustrie ihren Wandel fortsetzt und „New Generation Vehicles“ (NGV) immer beliebter werden, gibt es einen neuen Ansatz, wie Waren und Materialien von den Zulieferern zu den Herstellern gelangen. Kühne+Nagel bietet integrierte und innovative Supply-Chain-Lösungen für die globale Automobil-Branche und den New Mobility-Markt. In der Zusammenarbeit mit unseren Kunden haben wir folgende Trends beobachtet: 

Welche Trends beschleunigen das Wachstum von Fahrzeugen der neuen Generation?

Der Markt für Fahrzeuge der neuen Generation wächst rasant. Das Wachstum wird durch staatliche Anreize, frühzeitige Akzeptanz durch die Verbraucher und technologische Durchbrüche bei der Elektrifizierung des Antriebs, der Konnektivität sowie dem autonomen Fahren begünstigt. Fahrerlose Transportsysteme sind nun Realität. Gleichzeitig steigt die Reichweite von Elektrofahrzeugen, die teilweise bis zu 600 km fahren können, bevor sie wieder aufgeladen werden müssen. Die Möglichkeit, die Batterie- und Fahrsoftware über das Internet zu aktualisieren, schafft neue Möglichkeiten für große Technologieunternehmen, die in den Softwaremarkt für Elektrofahrzeuge einsteigen wollen. 

Diese Entwicklungen und die allgemeine Verlagerung von herkömmlichen Fahrzeugen hin zu Fahrzeugen der neuen Generation, haben zu Veränderungen in der Lieferkette der Automobilindustrie geführt. Tatsächlich wird die Art und Weise, wie die Hersteller den eingehenden Materialfluss handhaben, von Grund auf neugestaltet. 

Welche Trends wirken sich auf die Inbound-Lieferkette aus?

Die Lieferkette der Automobilindustrie ist komplex und umfasst Zulieferer aus aller Welt. Die Unterbrechung durch sich ändernde Trends hat Auswirkungen auf die Inbound-Lieferkette. Hierzu gehören:

1. Mehr Optionen

Der Umfang der Sendungen wird kleiner und der Wert höher. Um die Lagerbestände aufrecht zu erhalten, ist mehr Betriebskapital erforderlich. Je kleiner die Sendungen werden, desto größer ist die Auswahl an Transportmitteln. Derzeit werden viele Sendungen von Teilen und Komponenten von Seefracht auf Luftfracht verlagert. 

2. Erhöhte Sorgfalt

Die verwendeten Materialien sind zerbrechlich und erfordern eine bessere Verpackung sowie ein höheres Maß an Sorgfalt beim Umgang mit dieser Fracht.

3. Weniger Teile

Im Vergleich zu einem Verbrennungsmotor, der aus Tausenden von beweglichen Teilen besteht, verfügen Erdgasfahrzeuge über einen Elektromotor. Der Strom kann von einer Batterie (Batterie-Elektrofahrzeug), einem Solarpanel (Solarfahrzeug) oder einer Brennstoffzelle (Brennstoffzellenfahrzeug) kommen. Da das Fahrzeug mit Strom betrieben wird, stößt es keine Abgase aus dem Auspuffrohr aus und enthält keine typischen Flüssigkraftstoffkomponenten wie Kraftstoffpumpe, Kraftstoffleitung oder Kraftstofftank. Die gesamte Stückliste ist daher weniger komplex.

4. Flexibilität der Produktion und Anpassungsfähigkeit 

Automobiltechnologien werden immer weiter verfeinert. Daher sind Flexibilität in der Produktion und Anpassungsfähigkeit von grundlegender Bedeutung für den kommerziellen Erfolg beim Übergang vom konventionellen Verbrennungsmotor (Internal Combustion Engine – ICE) zum batteriebetriebenen Elektrofahrzeug. Die Montage von Fahrzeugen der neuen Generation ist oft hoch automatisiert. Logistikdienstleister benötigen daher selbständige Fördergeräte und schnelle Multisensor-Scanner für die Linienzuführung und Sequenzierung.

5. Hohe Batteriekosten 

EV-Batterien sind sehr gefragt aber schwer, sperrig und gelten als Gefahrgut, das bei falscher Handhabung gefährlich sein kann. Alle Mitarbeiter entlang der Lieferkette von Batterien müssen für den Umgang damit entsprechend geschult werden. Aufgrund dieses Risikos vermeiden Frachtführer zunehmend den Transport von Lithiumbatterien. Dadurch wird die Frachtkapazität knapp und die Kosten für den Batterietransport steigen. Die Notwendigkeit, in Brandschutzmaßnahmen für Lagereinrichtungen zu investieren, wird die Kosten für die Lagerung von EV-Batterien ebenfalls erhöhen. 

Diese Trends und ihre Auswirkungen verdeutlichen zum einen die Veränderungen, die die Lieferketten für Fahrzeuge der neuen Generation beeinflussen. Zum anderen spiegeln sie die entscheidende Rolle der Logistikunternehmen hinsichtlich Unterstützung und Expertise wider.

Ihr Experte für die Automobilindustrie

Automobil-Kontakt

Stefan Enneking

National Industry Champion Automotive

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