Asset-Herausgeber

null Herausforderungen in der globalen Seelogistik

Globale Netzwerke aus Handelsrouten und Lieferketten stehen aktuell vor zahlreichen Herausforderungen. Hier erhalten Sie einen Überblick, wie die anhaltende Pandemie und Frachtvolumen auf Rekordniveau die Situation noch weiter verschärfen.

Verfügbarkeit von Leercontainern in Deutschland

Die Situation hinsichtlich der Verfügbarkeit von Leercontainern in ganz Deutschland wird zunehmend herausfordernder. Nicht nur in Inlands-, sondern auch in Seehafendepots herrscht ein gravierender Mangel an verfügbaren Standard- und Spezialcontainern, was zu deutlich längeren Vorlaufzeiten im Buchungsprozess führt. Die geringe Verfügbarkeit ist vor allem durch eine hohe Konsum-Nachfrage und Volumenverschiebungen durch die Reeder auf den Transpazifikverkehr zurückzuführen.

Verfügbarkeit von Schiffsraum 

Aufgrund der aktuellen Situation im Transpazifik-Geschäft, sind die Schiffskapazitäten in fast allen Verkehren ausgehend von und nach Nordeuropa stark begrenzt. Viele Schiffe sind 4-6 Wochen im Voraus ausgebucht. Dementsprechend empfehlen wir dringend, Buchungen so weit wie möglich im Voraus zu platzieren, um langfristig Schiffsraum zu sichern. Im Hinblick auf das chinesische Neujahrsfest wird ein Großteil an Feederdiensten von und nach Südchina, Fujian und Hongkong im Januar und Februar 2021 ausgesetzt. Hinzu kommen Blank Sailings von Asien nach Europa, welche die Kapazitäten aus Europa zurück nach Asien bis in den März hinein weiter reduzieren. Dies wird zu weiteren Verspätungen, Ladungsrückstaus, Lagergeldern und Kosten hinsichtlich Demurrage und Detention zu Lasten der Ware führen.

Entwicklung von Frachtraten vs. Frachtvolumen auf Rekordniveau

Die aktuelle Situation hinsichtlich verfügbarer Leercontainer und Schiffsraum gepaart mit weltweit gemeldetem Frachtvolumen in Rekordhöhe in einzelnen Häfen, verursacht ein starkes Ungleichgewicht in Angebot und Nachfrage. Dies führt zu einem stetig steigenden Frachtratenniveau. Der Global Port Tracker hat für die USA allein im Oktober 2020 einen Anstieg des importierten Containervolumens um 18% gegenüber dem Vorjahr vermeldet. Diese Situation erschwert langfristige Ratenverhandlungen mit unseren Reedereien immens.

Lagerkapazitäten in Hamburger Hafenterminals

Überfüllte Terminals und verspätete Schiffsabfahrten in den meisten europäischen Häfen beeinträchtigen aktuell ebenfalls die Containerabfertigung an den HHLA-Terminals in Hamburg, besonders am CTA. Der operative Prozess wird hier durch eine zeitlich begrenzte Terminal-Rücklieferung von beladenen Exportcontainern, 48 Stunden vor Schiffsabfahrt gesichert. Wie lange diese Beschränkung aufrechterhalten werden, ist bis zu diesem Zeitpunkt leider noch unklar.

Neben der allgemeinen Situation für Verkehre aus Nordeuropa, sind vor allem der transatlantische Handel, sowie Importprozesse in Kanada und den USA stark von den aktuellen Herausforderungen betroffen. Dies hat Auswirkungen auf die die gesamte Lieferkette.

Aktuelle Herausforderungen in den USA und Kanada

Arbeitskräftemangel und fehlende Kapazitäten im Containertransport

Die Pandemie hat die Verfügbarkeit von Arbeitskräften stark beeinträchtigt. Terminals in Los Angeles (LAX) und Long Beach (LGB) sind beispielsweise nicht in der Lage, genügend Hafenarbeiter einzusetzen, um die Schiffsabfertigung innerhalb der üblichen Zeitspanne zu gewährleisten. Die Verfügbarkeit von Lkw-Fahrern ist landesweit ebenfalls extrem knapp, vor allem in den Hafengebieten. Die allgemeine Verfügbarkeit in LAX und LGB hängt momentan 3-4 Wochen zurück. Ähnlich verhält es sich mit den Häfen der Ostküste, wo es mindestens eine Woche dauert, bis Fahrer verfügbar sind. Die Lage spitzt sich aufgrund der Volumenverlagerung der West- auf die Ostküste, weiterhin zu. Die Verfügbarkeit von Fahrern an Bahnterminals im Mittleren Westen ist zwar weniger angespannt, hier führen jedoch verminderte Freizeiten von lediglich 2 Tagen zu Problemen. Es wird erwartet, dass sich die Situation in Kalifornien noch weiter verschärfen wird, da kürzlich neue Regeln eingeführt wurden, um einen Anstieg neuer COVID-Fälle zu bekämpfen.

Mangel an Lkw-Chassis und Bahnwaggons

Im Verhältnis zum Containeraufkommen ist die Verfügbarkeit von Lkw-Chassis auf einem historischen Tiefpunkt. Dies liegt u.a. daran, dass auf Chassis geladene Container nicht so schnell wie üblich entladen werden können. Die Vorlaufzeit bei Herstellern für zusätzliche Chassis beträgt aktuell ca. 6-9 Monate. Darüber hinaus gibt es Berichte über einen Mangel an Eisenbahnwaggons an den größten Häfen, was zu verlängerten Verweilzeiten von Frachten führt. Darüber hinaus bilden sich an einigen Bahnterminals Waggonrückstaus, welche entladen werden müssen.

Überlastung von Häfen, Terminals und Bahnrampen

Einige Häfen bieten die Möglichkeit Container an Samstagen an- oder abzuliefern, um Überlastungen zu reduzieren. Dies funktioniert jedoch nur mit entsprechend verfügbarem Fahrpersonal, Chassis oder Lagerkapazitäten. Die Überlastung führt teilweise dazu, dass Schiffe ihre Liegeplätze erst verzögert ansteuern können oder sogar gänzlich auf andere Häfen und Terminals umgeleitet werden.

Demurrage, Detention und Lagergelder

Sowohl die Betreiber von Hafenterminals und Eisenbahnen, als auch die Reeder verzichten momentan nicht auf Lagergelder oder Kosten bezüglich Demurrage oder Detention. Ausnahmen können vorkommen, sofern Container nicht zur Verfügung gestellt werden können, sobald Lkws an entsprechenden Depots zur Aufnahme eintreffen. Auch hier herrscht derselbe Mangel an Fahrern, Chassis oder Lagerarbeiten. All dies sind Risiken und eventuelle Kosten gehen zu Lasten der Ware und können vom Dienstleister nicht übernommen werden.

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